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Der Härteres geht weiter!

Gerade arbeite ich gefühlt ununterbrochen. Kollegen sind krank und tausende Termine stehen an. Komme sicher erst am Mittwoch wieder dazu hier zu schreiben. Aber es läuft. -1, 3 kg diese Woche nur durch regelmäßiges Essen!

8.1.17 19:00, kommentieren

Die Autobahn in meinem Kopf

Euphorisch wie ich nun mal gerade bin, muss ich jetzt mal ein paar Worte zum Thema Essen in Stresssituationen loswerden. Da ich ja gestern meinen ersten Minimalerfolg.....


Möpmöp!!!!!! „Hier spricht dein Selbstbewußtsein: wieso machst du dich schon wieder so klein? Das gestern war eine Glanzleistung, Baby!!! Also rede es nicht kaputt!!!“ ….


Also gut, da ich ja gestern die Glanzleistung erbracht habe und NICHT in die Stress-Fress-Falle getapt bin, kann ich mir mein Krönchen heute hübsch polieren. Ich habe wirklich widerstanden. Weiß der Geier, wann ich dies das letzte Mal so bewusst erlebt habe.


Ich kann es noch immer in mir fühlen, wie mein Cortisolspiegel rasant anstieg an diesem Nachmittag. Wie die Neuronen zwischen meinen Synapsen hin und her schossen und den Muskeln in meinem Arm den Befehl zum Ausstrecken und Zugreifen gaben, nachdem meine Augen den Berg Schokolade auf dem Tisch erspäht hatten. Fast konnte ich schon den beruhigenden Schmelz der Praline in meinem Mund fühlen.... Und dann ist da noch ein Gefühl, etwas was ich schwer beschreiben kann. In dem Moment, als ich kurz davor war meinen Arm auszustrecken, waberte von irgendwo tief drinnen ein kurzer Gedankenblitz - „Nein, das tust du jetzt nicht. Tu es jetzt bitte nicht, dir zu Liebe“ - an die Oberfläche. Und ich tat es nicht.


ES IST ALSO DOCH MÖGLICH! Es ist möglich diesem Verhalten zu widerstehen. Irgendwann – es ist viele Monde her – habe ich mal das Buch „Biologie der Angst“ von Gerald Hüther gelesen. Herr Hüther ist Neurobiologe, erfolgreicher Autor und bestimmt auch ein netter Kerl. In diesem Buch erklärt er die Funktionsweise unseres Gehirns mit dem Bild einer Autobahn. Sinngemäß berichtet er folgendes: Die Verbindungen in unserem Gehirn kann man mit Straßen vergleichen. Wege, also Gewohnheiten, Notwendigkeiten; die wir oft gehen, werden im Laufe unseres Lebens zu gut ausgebauten Autobahnen. Wege die nur gelegentlich benutzt werden, bleiben Landstraße oder wenn sie noch seltener von unseren Neuronen benutzt werden, auch einfach nur Trampelpfade.


So sind unsere Verhaltensweisen in etwa mit diesem von Herrn Hüther erdachten Bild, gleichzusetzen. Das bedeuten dann für mich: Ich habe gestern – indem ich dem Impuls in der Stresssituation zu essen, widerstanden habe, eben so eine Autobahn verlassen. Ich bin über die Leitplanke gesprungen und einfach über die angrenzende Wiese gelaufen. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich noch meine Fußabdrücke im Gras erkennen. Wenn ich es schaffe – und ich werde es schaffen – in der nächsten Stresssituation wieder über die Leitplanke zu springen und meinen Spuren im Gras folge, werden sie im Nachhinein deutlicher sichtbarer sein. Mache ich dies hundertmal hintereinander, wird aus dem niedergetretenen Gras, ein kleiner Trampelpfad, aus dem dann irgendwann ein kleiner Feldweg wird und so weiter, und so weiter.


Was passiert aber mit der Autobahn, von der ich ja so abrupt abgesprungen bin? Nun sie wird dann – im Gegenzug zum Ausbau der neuen Streckenführung – wieder rückgebaut. Somit verfestigt sich eine Verhaltensänderung in meinem Gehirn.


Es wird sicherlich nicht so glatt gehen, wie ich mir das wünsche. Aber es ist möglich.


Eine Änderung der Gewohnheiten ist eine Änderung im Straßennetz unseres Gehirns.


Danke Herr Hüther für dieses schön Gleichnis!!

4.1.17 19:35, kommentieren

Gespenstisch ruhig - erster Härtetest 2017

Sagte ich vorgestern es sei gespenstisch ruhig im Job?????? Hätte ich mal meine Klappe gehalten.....


Gestern, ich wollte mich gerade hier einloggen und weiter meine Ergüsse zu Papier bringen, da schellte das Telefon. An der anderen Seite meine Kollegin, dem Nervenzusammenbruch nahe. Eines unserer Kinder war völlig am ausrasten, hatte schon sein Zimmer sowie die halbe Gruppe in Trümmern gelegt und war nun, nachdem es mit Glasscherben auf den Rest der Gruppe losgegangen war, barfuß geflüchtet.


Ergo hab ich mich mit halb-nassen Haaren in mein stählernes Schlachtross geworfen und bin der Jungfrau zur Hilfe geeilt. Zunächst musste ich mir erst einmal einen Weg durch das Chaos vor Ort suchen um in unser Büro vorzudringen. Die Kollegin – noch immer standhaft im Dienst – hatte bereits den Rest der Bande mit Hilfe des elektronischen Pädagogen beruhigen können. Der Missetäter lungerte auch schon wieder vor der Haustür herum und verlangte nach seinen Schuhen, weigerte sich jedoch ins Haus zu kommen. Also bekam er die Schuhe samt Jacke vor die Tür gestellt. Noch immer im absoluten Hyperaggressions-Modus, machte er sich dann mit Steinen und anderen Geschossen über unsere Autos her. Es gelang uns selbst zu zweit nicht diesen kleinen Wicht zu bändigen ohne Gewalt anzuwenden.


Lange Rede – kurzer Sinn....112 gewählt und die Einweisung in eine KJP vorbereitet. Irgendwann rückten dann auch die entsprechend notwendigen Einsatzkräfte (Polizei, Jugendamt, Rettungswagen samt Sanitäter und Notarzt) an und gemeinsam gelang es uns das Kind einzufangen und abzutransportieren. Ich bin dann mit meinem Auto hinterher – wie so oft war natürlich der Dienstwagen im Einsatz – und habe die Aufnahme in der Klinik begleitet. Um 21.30 Uhr war ich dann endlich wieder im trauten Heim angekommen.


Warum schreibe ich das alles? – hat ja nicht wirklich was mit meinem Gewicht oder Ernährung zu tun. Ganz im Gegenteil. Dies war mein erster Härtetest unter Realbedingungen. Denn – im Gegensatz zu früher – bin ich nicht einfach drauf los gefahren sondern habe mir vorher noch fix einen Salat an der Salatbar des Supermarktes zusammengestellt und etwas Obst eingekauft. Just in case!!!!! Die Kollegin wird die 20 Minuten nun auch noch unbeschadet überstehen.


Somit war ich essenstechnisch zumindest auf der sicheren Seite. Natürlich verfiel auch ich in den Stressmodus, nachdem ich das Chaos gesichtet hatte und es uns nicht gelang die kleine Kanaille zur Raison zu bringen. Und natürlich verspürte ich den Impuls sofort in die Schokoschüssel auf dem Tisch im Büro zu greifen....ABER ich widerstand!!!! ICH WIDERSTAND!!!!! Ich freute mich wie ein Schneekönig. Meinen ersten Härtetest 2017 habe ich unbeschadet überstanden.


Möge die Macht mit mir sein!!!!!

4.1.17 18:41, kommentieren