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Die Autobahn in meinem Kopf

Euphorisch wie ich nun mal gerade bin, muss ich jetzt mal ein paar Worte zum Thema Essen in Stresssituationen loswerden. Da ich ja gestern meinen ersten Minimalerfolg.....


Möpmöp!!!!!! „Hier spricht dein Selbstbewußtsein: wieso machst du dich schon wieder so klein? Das gestern war eine Glanzleistung, Baby!!! Also rede es nicht kaputt!!!“ ….


Also gut, da ich ja gestern die Glanzleistung erbracht habe und NICHT in die Stress-Fress-Falle getapt bin, kann ich mir mein Krönchen heute hübsch polieren. Ich habe wirklich widerstanden. Weiß der Geier, wann ich dies das letzte Mal so bewusst erlebt habe.


Ich kann es noch immer in mir fühlen, wie mein Cortisolspiegel rasant anstieg an diesem Nachmittag. Wie die Neuronen zwischen meinen Synapsen hin und her schossen und den Muskeln in meinem Arm den Befehl zum Ausstrecken und Zugreifen gaben, nachdem meine Augen den Berg Schokolade auf dem Tisch erspäht hatten. Fast konnte ich schon den beruhigenden Schmelz der Praline in meinem Mund fühlen.... Und dann ist da noch ein Gefühl, etwas was ich schwer beschreiben kann. In dem Moment, als ich kurz davor war meinen Arm auszustrecken, waberte von irgendwo tief drinnen ein kurzer Gedankenblitz - „Nein, das tust du jetzt nicht. Tu es jetzt bitte nicht, dir zu Liebe“ - an die Oberfläche. Und ich tat es nicht.


ES IST ALSO DOCH MÖGLICH! Es ist möglich diesem Verhalten zu widerstehen. Irgendwann – es ist viele Monde her – habe ich mal das Buch „Biologie der Angst“ von Gerald Hüther gelesen. Herr Hüther ist Neurobiologe, erfolgreicher Autor und bestimmt auch ein netter Kerl. In diesem Buch erklärt er die Funktionsweise unseres Gehirns mit dem Bild einer Autobahn. Sinngemäß berichtet er folgendes: Die Verbindungen in unserem Gehirn kann man mit Straßen vergleichen. Wege, also Gewohnheiten, Notwendigkeiten; die wir oft gehen, werden im Laufe unseres Lebens zu gut ausgebauten Autobahnen. Wege die nur gelegentlich benutzt werden, bleiben Landstraße oder wenn sie noch seltener von unseren Neuronen benutzt werden, auch einfach nur Trampelpfade.


So sind unsere Verhaltensweisen in etwa mit diesem von Herrn Hüther erdachten Bild, gleichzusetzen. Das bedeuten dann für mich: Ich habe gestern – indem ich dem Impuls in der Stresssituation zu essen, widerstanden habe, eben so eine Autobahn verlassen. Ich bin über die Leitplanke gesprungen und einfach über die angrenzende Wiese gelaufen. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich noch meine Fußabdrücke im Gras erkennen. Wenn ich es schaffe – und ich werde es schaffen – in der nächsten Stresssituation wieder über die Leitplanke zu springen und meinen Spuren im Gras folge, werden sie im Nachhinein deutlicher sichtbarer sein. Mache ich dies hundertmal hintereinander, wird aus dem niedergetretenen Gras, ein kleiner Trampelpfad, aus dem dann irgendwann ein kleiner Feldweg wird und so weiter, und so weiter.


Was passiert aber mit der Autobahn, von der ich ja so abrupt abgesprungen bin? Nun sie wird dann – im Gegenzug zum Ausbau der neuen Streckenführung – wieder rückgebaut. Somit verfestigt sich eine Verhaltensänderung in meinem Gehirn.


Es wird sicherlich nicht so glatt gehen, wie ich mir das wünsche. Aber es ist möglich.


Eine Änderung der Gewohnheiten ist eine Änderung im Straßennetz unseres Gehirns.


Danke Herr Hüther für dieses schön Gleichnis!!

4.1.17 19:35

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